Agilität - Was ist das?

Was genau ist eigentlich Agilität? Sucht man nach Synonymen für Agilität, so findet man schnell Begriffe wie Gewandtheit, Wendigkeit oder Beweglichkeit. Dabei richtet sich die Beweglichkeit sowohl nach außen als auch nach innen. Für Organisationen heißt Beweglichkeit nach außen, auf auftretende Veränderungen und Dynamiken z. B. bedingt durch Globalisierung, Digitalisierung oder Individualisierung zu reagieren. Beweglichkeit nach innen hingegen bedeutet, den veränderten Bedürfnissen der Mitarbeiter z. B. durch Schaffung neuer Arbeitsmodelle gerecht zu werden oder die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Austausch durch entsprechende Konzepte zu fördern.

Agilität ist weniger Methode oder Prozess, sondern vor allem eine Frage von Haltung, Werten und Prinzipien. Dabei zeigt sich ein agiles Mindset durch die aktive Übernahme von Verantwortung, durch Selbstorganisation und durch gemeinsames Lernen. Dies führt zu einer schnellen Anpassung des Denkens und Handelns an die aktuellen Begebenheiten.

Um Agilität in Organisationen praktizieren zu können, müssen sich die Mitarbeiter frei und vor allem sicher fühlen. Sowohl die körperliche, seelische als auch geistige Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung, um mutig, offen, kreativ und verantwortungsvoll zu handeln. Dies ist nicht nur die Basis für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang im Inneren mit Kollegen, sondern auch nach außen z. B. mit Kunden und Auftraggebern.

Das Ziel einer Organisation ist es, die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Kunden oder Nutzer durch Produkte oder Services zu erfüllen. Durch die Nutzung der Produkte oder Services soll es den Menschen besser gehen bzw. sollen sie besser gemacht werden. Joshua Kerievsky drückt es in seinen Prinzipien von „Modern Agile“ so aus: „Make People Awesome!“ In der deutschen Übersetzung heißt es: „Macht Menschen genial!“ Und damit sind nicht nur die Kunden und Nutzer gemeint, sondern alle Menschen des Ökosystems der Organisation: Auftrag- bzw. Geldgeber, Mitarbeiter sowie Dienstleister der Organisation. Egal ob in der Forschung, in der Entwicklung, im Betrieb, in der Marketingabteilung oder im Support.

Viele Organisationen agieren heutzutage in einem komplexen, dynamischen und unvorhersehbaren Markt. Agilität kann diesen Organisationen helfen, die Komplexität des Marktes zu meistern und Produkte und Services zu erschaffen, die helfen, Menschen genial zu machen. Damit das gelingt, sind Organisationen vor allem darauf angewiesen, möglichst früh Feedback z.B. von den Benutzern ihrer Produkte und Services zu erhalten. Dies gibt ihnen die Möglichkeit zu erkennen, ob sie den richtigen Weg beschreiten oder nicht. Eine Art, um möglichst zügig lernen zu können, ist, in kleinen iterativen Zyklen vorzugehen. Diese Zyklen durchlaufen einen sich permanent wiederholenden Kreislauf aus Planen, Ausführen, Überprüfen und Reagieren (PDCA-Zyklus).

In einem Markt, der durch Komplexität und Dynamik geprägt ist, empfiehlt sich ein anderes Vorgehen als in einem Markt, der von Stabilität und Kompliziertheit beeinflusst wird. Komplizierte Herausforderungen können durch Wissen beherrscht werden. In der Domäne des Komplexen werden hingegen Hypothesen formuliert und Experimente durchgeführt, um schnell aus den Ergebnissen zu lernen und die nächsten Handlungen abzuleiten (Cynefin Framework).

In einer Umgebung, in der iterativ gelernt werden kann, liefern Teams ihre neuen Produkt- oder Servicebestandteile regelmäßig aus. Entweder direkt an den Endnutzer oder an ausgewählte Testnutzer. In internen Präsentationen kann das erste Feedback auch direkt von den Auftraggebern eingesammelt werden.

Fazit

Zusammengefasst ist Agilität für mich vor allem eine Frage von Haltung und Einstellung und lässt sich nicht verordnen. „Wir sind jetzt agil“ schafft in keinster Weise eine agile Organisation, in der agil gehandelt und zusammengearbeitet wird. Vielmehr ist Agilität harte Arbeit – aber eine Arbeit, die sich lohnt. Eine Hilfestellung und einen Anhaltspunkt darüber, was Agilität ist oder sein kann, können die Grundprinzipien aus „Modern Agile“ geben:

  • Macht Menschen genial

  • Macht Sicherheit eine Grundvoraussetzung

  • Experimentiert und lernt zügig

  • Liefert fortlaufend Wertvolles aus

Agilität – Was ist das?

Was genau ist eigentlich Agilität? Sucht man nach Synonymen für Agilität, so findet man schnell Begriffe wie Gewandtheit, Wendigkeit oder Beweglichkeit. Dabei richtet sich die Beweglichkeit…

Weiter lesen »

Die Rolle des Scrum Masters

Laut Scrum Guide ist der Scrum Master ein Servant Leader (dienender Führer) für das Scrum Team [1], wobei ein Servant Leader, im Gegensatz zur traditionellen Führungskraft…

Weiter lesen »